Herzlich Willkommen bei Literaturportal.de

Bei uns finden Sie alle aktuellen Termine rund um die Literatur, Verlage und Autorenportraits.

Literaturportal.de

Inhalt
Autorenportraits » Suche » Suchergebnisse » Autorenportrait

Wolf Biermann

(*15.11.1936 )


© Mathias Michaelis

Wolf Biermann wurde in Hamburg geboren. Sein Vater wurde als Kommunist 1936 verhaftet und 1942 im KZ Auschwitz ermordet. 1953 übersiedelte Wolf Biermann nach Ost-Berlin und studierte dort nach dem Abitur Politische Ökonomie. Von 1957 bis 1959 war er Assistent am "Berliner Ensemble". 1959 begann er ein Philosophie- und Mathematikstudium, das er 1963 beendet. Wegen seiner politisch kritischen Haltung wurde ihm die Aufnahme in die SED verweigert; nach Erscheinen seiner Lyriksammlung "Die Drahtharfe" 1965 verhängten die staatlichen Behörden ein Auftritts- und Publikationsverbot über ihn, das bis 1976 bestand. Biermann veröffentlichte seine Lieder und Gedichte (u.a. "Mit Marx- und Engelszungen", 1968, "Für meine Genossen. Hetzlieder, Gedichte, Balladen", 1972) in dieser Zeit in der BRD und sang im privaten Kreis. Während einer Tournee durch die Bundesrepublik wurde er am 17. November 1976 aus der DDR ausgebürgert. Diese Maßnahme löste internationalen Protest aus und stieß besonders unter Künstlern und Intellektuellen in der DDR auf Widerstand. Eine Reihe namhafter Schriftsteller und Künstler wurde verhaftet, viele verließen in der Folge das Land. In der BRD publizierte Biermann zahlreiche Schallplatten und Gedichtsammlungen, 2002 erschien ein Band Essays ("Über Deutschland Unter Deutschen"). Viel Beachtung fand die Übersetzung "Großer Gesang des Jizchak Katzenelson vom ausgerotteten jüdischen Volk". Biermann wurde u. a. mit dem Fontane-Preis (1969), dem Jacques-Offenbach-Preis (1974), dem Hölderlin-Preis (1989), dem Mörike-Preis (1991), dem Georg-Büchner-Preis (1991), dem Heinrich-Heine-Preis (1993) und dem Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung (1998) ausgezeichnet.